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16.08.2010
Seite 1

Special: Heiko Hubertz zur Game Developers Conference™ Europe 2010
'Im Moment erobern wir gerade die USA ...'


von: Robert "robot" Schmidt

Vom 16. bis 18. August findet Game Developers Conference™ Europe 2010 (GDC, www.gdceurope.com) in Köln statt. Als Platinum-Sponsor fungiert hier u. a. Bigpoint. Heiko Hubertz, Geschäftsführer der Bigpoint GmbH, äußerte sich in einem Interview zur GDC, das wir heute veröffentlichen.

Wie läuft die Internationalisierung von Bigpoint?
Hubertz: Die Internationalisierung bei Bigpoint läuft super erfolgreich. Unsere Spiele sind mittlerweile in 25 Sprachen übersetzt und werden von Nutzern aus 120 Ländern gespielt. Darauf sind wir sehr stolz. Im Moment erobern wir gerade die USA, hier haben wir Anfang des Jahres ein eigenes Studio eröffnet. Inzwischen ist die USA einer unserer drei stärksten Märkte. Damit sind wir eines der wenigen deutschen Unternehmen, die es geschafft haben, aus Deutschland heraus in Amerika erfolgreich zu sein.

Wie beurteilen Sie die Browsergames-Entwicklung in den USA?
Hubertz: Der Begriff „Browsergames“ ist in den USA noch nicht bekannt. Die Amerikaner fangen gerade erst an, dieses Segment wirklich ernst zu nehmen und zu beachten. Hier ist Europa eindeutig Vorreiter. Andererseits haben sie aber durch den Trend Facebook und den Erfolg von Zygna und Playfish gesehen, wie stark Online-Spiele sind. Wir sehen Browsergames als die logische Fortsetzung von Social Games. Die Nutzer wollen ein tieferes Gameplay, bessere Grafiken und andere Genres. Unsere Erfolgszahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache. Browsergames aus Deutschland haben ein riesiges Potential in den Staaten.

Was machen europäische Entwickler bzw. Firmen besser oder schlechter?
Hubertz: Europäische Firmen haben den Trend Browsergames mit dem Geschäftsmodell „Free 2 Play“ einfach weit vor den Amerikanern erkannt und daher in diesem Bereich auch klar mehr Erfahrung. Dadurch sind unsere Entwickler im Moment eindeutig besser als die Entwickler aus den USA, gerade was die Bereiche Gameplay und Monetarisierung angeht. Wir müssen aber auch sagen, dass neue Technologien wie Unity es den amerikanischen Developern leichter machen aufzuholen. Wir haben gerade 20 Entwickler in den USA für unser SFO Office eingestellt, um hier ein Browserspiel in Unity zu entwickeln. Insgesamt hatten wir über 3.000 Bewerbungen in vier Wochen. Und wir haben wirklich gute Leute gefunden.

Was ist dran an den Gerüchten über einen Verkauf von Bigpoint?
Hubertz: Zu Gerüchten nehmen wir keine Stellung.

Welches sind die wichtigsten Aussagen/Themen Ihrer Keynote zur GDC Europe 2010?
Hubertz: Europa ist wesentlich innovativer und schneller bei der Entwicklung von Online-Games. Besonders deutlich zeigt sich das im Bereich Browsergames: von den fünf größten und erfolgreichsten Browsergames-Firmen kommen vier aus Europa. Wir sind damit Vorreiter vor den USA, was Trends in der Spieleentwicklung wie zum Beispiel das erfolgreiche Businessmodell Free2play und innovative neue Technologien wie Unity 3D angeht. In Europa spielen heute schon mehr Gamer Browserspiele als Konsolenspiele. Das heißt für uns: auf diesem Vorsprung dürfen wir uns nicht ausruhen. Erfolgreich kann langfristig nur der sein, der Trends setzt, nicht der, der diesen nur folgt. Damit ist man immer Zweiter.
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