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07.09.2010
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Special: Entwicklungsleiter spricht über Gladiators
Umfangreiches Interview zum Historien-Browsergame


von: Robert "robot" Schmidt

Gladiators ist ein kostenloses MMO-Browsergame mit einigen RPG-Elementen. Es wurde vom Browsergames-Hersteller Nekki entwickelt und wird mittlerweile bereits in drei Sprachen angeboten (deutsch, englisch und russich). Die deutsche Version ist seit Februar 2010 online und verfügt mittlerweile über fast 100.000 angemeldete Mitspieler. Im folgenden Interview beantwortet Eugen Dyabin, Entwicklungsleiter bei Nekki, einige Fragen über die Entwicklung von Gladiators, über die interessantesten Features im Spiel sowie über seine persönliche Sicht auf die Zukunft der Browserspiele.

Hallo! Bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor.
Eugen Dyabin: Hallo! Mein Name ist Eugen Dyabin, und ich bin Entwicklungsleiter bei Nekki. Man könnte sagen, dass die Entwicklung des Browserspiels „Gladiators“ ursprünglich meine Idee war.

Welche historische Quellen haben sie für die Entwicklung von Gladiators benutzt?
Eugen Dyabin: Wir haben auf viele unterschiedliche Quellen zurückgegriffen, von Lehrbüchern bis hin zu Biographien berühmter römischer Persönlichkeiten. Die für mich interessanteste Herausforderung war dabei, wie man aus einer Liste auf dem Papier überlieferter Einheiten eine gut ausbalanciertes Arsenal von Kämpfern zu machen, und dabei die Eigenschaften ihrer jeweiligen Ausrüstung auch glaubhaft einzubeziehen. Viele historische Quellen widersprachen sich, und wir mussten die verschiedenen Beschreibungen aufwändig vergleichen, um eine wirklich logische Klassifizierung der Kämpfer im Stein-Schere-Papier-Prinzip aufzustellen, die spielerisch auch Spaß macht. Am Ende haben wir dann nur diejenigen Arten von Gladiatoren ins Spiel übernommen, die in den meisten historischen Dokumenten nachvollziehbar belegt waren.

Nicht weniger herausfordernd war die Aufgabe, alle Gladiatoren graphisch gut in Szene zu setzen. Wir schauten uns die historische Zeichnungen und Gemälde an und orientierten uns für das Design von Schilden, Rüstungen und Waffen eng daran. Um den Flair des antiken Rom im Spiel grafisch gut wieder zu geben, haben wir uns beim Design der Kleidung und der Architektur hauptsächlich aus bekannten Historienfilmen und illustrierten Büchern über diese Epoche bedient. Selbst die Benennung der zahlreichen Turniere im Spiel leitet sich von römischen Feierlichkeiten oder religiösen Ritualen ab.

Erzählen Sie etwas über die wichtigsten Arten von Kämpfern, die der Spieler anheuern kann.
Eugen Dyabin: Es gibt 10 Arten von Gladiatoren, die sich durch ihre Bewaffnung, ihre Charaktereigenschaften, ihre Kampftaktik und ihre Ausrüstung stark unterscheiden. Ihre Namen stammen sämtliche aus dem Lateinischen und Griechischen. In den meisten Fällen beziehen sich die Namen auf ein Element ihrer Ausrüstung oder ihre Kampftaktik. Ich will hier nicht alle Typen und deren jeweilige charakteristischen Eigenschaften aufzuzählen, aber ich kann verraten, dass es sehr wichtig ist, sich vor dem Kampf, körperlichen Zustand (Gesundheit, Ausdauer, Kraft, etc.) und die Ausrüstung der eigenen Kämpfer noch einmal gut prüfen. Vor der Schlacht können Sie auch einen Sonderbonus für jeden Gladiatoren festlegen, den er nur erhält, wenn er denn Kampf gewinnt: Je höher die Prämie, desto größere Chancen haben Sie, Ihren Gegner zu besiegen. Auch ist es wichtig, die Standpunkte der Gladiatoren in den Arena-Schlachten zu definieren und Ihren Kämpfern eine Taktik für die bevor stehende Schlacht vorzugeben. Im Allgemeinen ist es wichtig, alle zur Verfügung stehenden Optionen vor einem Wettbewerb noch einmal zu prüfen.

Wie trainiert man den perfekten Gladiator?
Eugen Dyabin: Die Highlights jedes Gladiators sind sein Talent, sein Alter, seine Erfahrung und seine besonderen Fertigkeiten. Das Talent ist von Geburt an gegeben und ändert sich nicht mehr. Die übrigen Merkmale können trainiert oder in Kämpfen verbessert werden. Es gibt einige feste Regeln, wie sich die verschiedenen Merkmale gegenseitig beeinflussen. Zum Beispiel lernt ein Gladiator umso schneller, wenn sein persönliches Talent groß ist, sein Alter niedrig, und sein Ausbilder schon viel Erfahrung besitzt. Natürlich kann der Spieler durch die richtige Verteilung von Erfahrungspunkten und Spezialfähigkeiten erheblichen Einfluss auf seine Gladiatoren nehmen.
In der Praxis bekommt man als Spieler schnell ein Gespür dafür, welches der ideale Entwicklungspfad für eine bestimmte Einheit ist.
Man pickt sich die richtigen Experten für Ausbildung und Rehabilitation/Gesundung heraus, und bestimmt so die Entwicklungsrichtung des jeweiligen Schützlings im Spiel.
Man darf dabei auch vergessen, dass Gladiatoren beim Kampf nicht nur Erfahrungen sammeln, sondern auch Lebenskraft verlieren, welche sich ohne einen guten medizinische Versorgung nur langsam wieder restauriert. Auch die Stimmung Ihres Personals ändert sich: gestresste Kämpfer können wirklich ungenießbar sein.
Übrigens hat jeder der Gladiatoren auch einen versteckten Wut-Wert, der erst in der Hitze des Gefechts einen Effekt zeigt. Seine Wut wächst, wenn ein Gladiator viele Schläge verpatzt oder sonstige Fehler bei Angriff oder Verteidigung macht. Sie kann auch sinken, wenn ein Gladiator besonders gelungene Schwertschläge platziert. Wenn dann ein Schwellenwert an Wurt überschritten wird, so wird eine Art „Berserker“-Zustand ausgelöst: alle Müdigkeit ist vergessen, der Kämpfer übernimmt die Initiative im Kampf. Das Schmerzempfinden lässt nach, aber leider wird dabei auch die vorgegebene Taktik kompletten über Bord geworfen. Der Berserker-Zustand kann unbegrenzt oft in einer Schlacht ausgelöst werden, während er in anderen Schlachten vielleicht niemals auftritt. Die Moral kann die Wut übrigens beeinflussen: Je höher diese ist, desto länger hält der Berserker-Zustand an.


Teil 2: 'Gladiators ist ein Free-to-Play-Spiel. Aber für den Komfort der Nutzer haben wir ebenfalls einige Bezahl-Optionen eingerichtet.'
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Informationen zum Spiel:

Gladiators

Release: Anfang 2010 gestartet
Spieleranzahl:
Homepage: www.gladiators.de

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